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Selektiv auf große Karpfen

Lukas Schörgendorfer

Seit drei Jahren befischen mein Kumpel und ich nun eine ca. 6ha große, sehr launische Schottergrube. Dieser stark befischte Baggersee ist umsäumt von Schilf und hat etwas Krautwuchs.

Der Bestand an Karpfen ist durchschnittlich gut, aber Welse und Weißfische machen ein gezieltes Angeln auf Karpfen schwierig. Das war auch der Hauptgrund für unser Vertrauen in Keen Carp. Im letzten Jahr konnten wir bereits den Großteil an Großkarpfen auf unseren Futterplätzen fangen. Mehrmals kam es zu Wiederfängen auf demselben Spot und mit dem gleichen Boilie, nämlich dem „Big Water Spanish Red“. Brassen und Welse konnten wir von nun an erfolgreich selektieren und auch das Durchschnittsgewicht der Karpfen konnte sich sehen lassen. Somit war für uns beide klar in diesem Jahr wieder auf Keen Carp zurückzugreifen. Nach einem langen Beratungsgespräch auf einer Messe im Winter entschieden wir uns in diesem Jahr, zum einen wieder auf den „Big Water Mix“ und zum anderen auf den „Mega Spice and Seed“ zu setzen. Beide Boilies ließen wir uns wegen der Weißfische steinhart und extra scharf geflavourt im Baitservice abrollen.

Wir wählten zwei kleine Spots entlang einer verwachsenen Insel relativ nahe an dessen Ufer, die beiden anderen Spots etwas abseits davon. Einer der beiden ist ein stark befischtes Plateau mit ca. 2m Tiefe. Trotzdem entschied ich mich für diesen Platz, da ich hier im vergangenen Jahr die meisten Karpfen ins Netz brachte. Ich erhoffte mir, dass durch regelmäßiges Füttern sich einfach die gute Qualität der selektiven Boilies durchsetzt. Während sich die ersten guten Fänge bereits Anfang Juni einstellten, - darunter unteranderem ein Spiegelkarpfen mit 21kg, den ich in meinen drei Jahren noch nicht fangen konnte, - möchte ich vor allem auf ein unglaubliches Wochenende Ende Juni eingehen. Da an unserem Hausgewässer an Wochenenden normal keine Massenfänge zu erwarten sind, ging ich die Session relativ gelassen an. Am Gewässer angekommen, sah ich wie erwartet, gleich eine gute Anzahl an Bivvys. Da mein Kumpel und ich unter der Woche unsere „Hausaufgaben“ erledigt haben, erhofften wir uns trotzdem den ein oder anderen Biss. Während wir beim Vorfüttern immer auf eine Menge von 300-400g Boilies pro Spot setzen, reduzieren wir die Menge beim Ansitz auf lediglich 200-300g, welche wir nach jedem Anbiss einbrachten.

Der erste Biss kam bei mir kurz nach Mitternacht und nach einem langem Drill erkannte ich den Fisch schlussendlich erst im Kescher. Es handelte sich um „Spike“, einen Spiegelkarpfen von über 27kg, der prächtig gezeichnet ist.

Ich konnte ihn bereits vor zwei Jahren bei meinem Freund ablichten und seit diesem Zeitpunkt hatte ich ihn auf der Liste. Um kurz nach drei Uhr bekam ich den nächsten brachialen Anbiss und nachdem ich bereits kurz mit einem Waller spekuliert habe, konnte ich im Schein meiner Kopflampe die riesigen Ausmaße von „Rudi“ erkennen. Mit weit über 110cm und etwas mehr als 30kg der absolute König des Sees. Diesen Schuppi konnte ich zwar bereits zum sechsten Mal fangen, die Freude war dennoch riesengroß.

In der ersten Nacht konnten wir gemeinsam fünf Karpfen auf die Matte legen, obwohl der Großteil der anderen Angler nahezu leer ausging. Nach so einer erfolgreichen Nacht ging ich ohne jede Erwartung in meine zweite. Neben drei weiteren Karpfen konnte ich zu meiner großen Überraschung noch einen weiteren Fisch vom Altbestand fangen. Hierbei handelt es sich um einen alten Charakterschuppi mit gewaltigem Stiernacken und 23kg.

In diesen beiden unglaublichen Nächten konnte ich somit drei der vier Topfische vom See fangen.

Desweiteren finde ich es erwähnenswert, dass sich die Wiederfänge der Großfische auf unsere Kugeln häufen. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich wieder am See und konnte einen weiteren Karpfen mit knapp 20kg fangen.

Es scheint dank der guten Beratung und der hervorragenden Boiliequalität wieder ein Topjahr an unserem Hausgewässer zu werden, obwohl die Bedingungen (Angeldruck, Hindernisse durch Biber, Kraut, ...) immer schwieriger werden.

 

LG Lukas



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