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Weniger ist mehr: große Karpfen im Sommerloch

Stefan Jurisch

Seit etwa fünf Jahren beangele ich einen 20ha großen Baggersee mit einem überdurchschnittlich gutem Fischbestand. Der Hauptbestand besteht aus Karpfen zwischen 6-10 Kilogramm aber auch Fische bis 13 Kilogramm sind keine Seltenheit. Der Fang der vielen kleineren Fische wurde mit der Zeit anstrengend und lästig. Ich hatte auch einfach keine lust mehr gehabt mich durch den Hauptbestand angeln zu müssen um einen besseren Fisch zu fangen. Ich konnte auch schon ein paar bessere Fische bis über 19 Kilogramm fangen, jedoch die magische Grenze von 20 Kilogramm nicht überschreiten. Neben dem Hautbestand beherbergt der See auch eine kleine Anzahl an kapitalen Karpfen. Fische jenseits der 25 Kilo Marke. Auf diese hatte ich es eigentlich abgesehen. Da der See in den Sommermonaten stark durch Freizeitsuchende und Badegäste frekventiert ist, konzentriert sich der meiste Angeldruck auf das Frühjahr und den Herbst. Auch ich selbst habe die letzten Jahre meine Sessions auf diesen Zeitraum gelegt. Dieses Jahr habe ich mein Vorgehen jedoch etwas geändert und mich bewusst auf die Sommermonate konzentriert. Angeln im Sommerloch und dann noch mit solch resultaten, dass war früher undenkbar. Aber gehen wir der Reihe nach.

Durch einen Artikel wurde ich auf Keen Carp und den Workshop aufmerksam. In dem Artikel ging es um das selektive angeln auf große Karpfen. Das hatte mein Interesse geweckt und so habe ich mich bei einem Workshop angemeldet. Der Workshop war sehr interessant und Informativ. Ich konnte eine Menge neue Erkenntnisse und Taktiken mitnehmen und in mein Angeln einfließen lassen. Nach dem Workshop bestelle ich dann meine ersten Boilies aus dem Baitservice. Nach einem kurzen Beratungsgespräch hat mir William den Big Water empfohlen in 24mm Größe mit Spanish Red Flavour und eine dazu passende Futtertaktik. Als Hakenköder bestellete ich noch die dazu passenden Wafter, die Wheightless Hookbaits in der selben Größe. Wer schon auf einem Workshop war und weiß wie ein Karpfen sein Futter zu sich nimmt, der weiß um den Vorteil von solchen Hakenködern.

Meiner ersten Session ging eine intensive Location voraus. Ich suchte in mehreren Bereichen des Sees nach erfolgversprechenden Stellen wie z.B. Krautlöcher, wo ich die Zugruten der großen Karpfen vermutete. Dabei habe ich Stellen gesucht, welche von den anderen Anglern weitestgehend gemieden werden. Meine Angelei beschränkte sich wegen der hohen Besucherzahl der Urlaubssaison auf nur eine Nacht. Die Stellen habe ich dann wie mit William besprochen 3 Tage lang mit 300g Big Water Boilies vorgefüttert. Die Angelkollegen hatten mich auch ein wenig belächelt wegen der geringen Futtermenge, da an diesem See wegen dem großen Fischbestand dass Futterangeln mit viel Futter die gängige Praxis ist. Aber wer fängt, hat Recht. In meiner ersten Nacht konnte ich direkt Fische bis 17,5 kg verbuchen was mich motiviert und bestätigt hat, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Für meine zweite Session entschied ich mich für einen anderen Seebereich. Wie zuvor präparierte ich die Plätze 3 Tage lang, ehe eine Nacht angeln folgte. Ich wartete nun gespannt was wohl diese Nacht auf mich zukommen würde und ich wurde nicht enttäuscht, denn es kam richtig dicke. Um etwa Mitternacht pfiff eine meiner Ruten ab und bescherte mir den bisher größten aus diesem See. Einen spiegler mit über 25 kg.

Ich war über glücklich! Das war es, was ich wollte. Die hohe Bissfrequenz eintauschen gegen weniger, aber dafür große Fische und meine Taktik schien voll auf zu gehen. In meiner dritten Session änderte ich ein wenig an der Futtetmenge, was sich im Nachhinein als Fehler erwies. Ich präparierte meine Plätze wie zuvor allerdings schraubte ich die Futtermenge auf 400g/Spot hoch. Die Quittung dafür bekam ich dann auch recht schnell. Das Durschnittsgewicht der Fische sank auf etwa 14 kg. Diesen Fehler wollte ich nicht nochmal machen und so schraubte ich die Futtermenge bei meiner 4. Session auf 200g/Spot runter und ich fing wieder an größere Fische um die 17-18kg zu fangen.

Mit guter Vorbereitung und harter Arbeit kann man auch mit wenig Zeit gute Ergebnisse erzielen. Auch beim selektiven Angeln. Ich investiere lieber etwas mehr Zeit in Location und die Vorbereitung meiner Futterplätze. Dann ist mit dem richtigen Köder und Taktik weniger mehr.

 

Grüße,
Stefan



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