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Eine Session zu Dritt 2.0

Sebastian Wirtz

Lutz und ich überlegten sehr lange wie wir Drei am besten vorgehen sollten, wo können wir zusammen sitzen und wer fischt dann in welche Richtung?

Das waren erstmal die wichtigsten Fragen bevor wir uns näher mit Stellen befassten, eigentlich eine Frage die sich so niemand stellen sollte wenn er wirklich erfolgreich angeln will aber bei einem Teamfischen geht es ja nicht Hauptsächlich um das Fangen sondern vielmehr um Freundschaften die vertieft werden.
Aber, eines darf man nicht vergessen, nicht nur drei Angler sitzen gemütlich am Ufer sondern auch all ihre Schnüre (jeweils 3) liegen schön nebeneinander im Wasser. Meine Wenigkeit hatte einen Platz der zwischen Martin und Lutz war, daher war für mich klar, dass ich auf Distanz fischen muss. Allerdings konnte ich wegen der Platzwahl lediglich nur 2 Ruten auf eine größere Distanz ablegen und eine Rute sollte mit auf ein sehr großes Plateau von Martin kommen. Obwohl dieses Plateau sehr lang ist und sich anbot mit mehr als nur einer Rute zu fischen war die Sorge natürlich nicht unberechtigt, dass irgendeine Rute stumm blieb, aber wir wollten es versuchen. Doch wie sollte es anders sein, am darauffolgenden Nachmittag war ich immer noch derjenige der bis Dato ohne Fisch war. Auf Martins Plateau kamen die Fische natürlich nur von links und trafen somit auf seinen Platz zuerst, meiner wurde gar nicht erst beachtet.

Aber ich hatte die anderen Ruten ja genau aus dem Grund weiter raus gelegt damit dort keine weiteren Schnüre den Weg links und rechts zu machen.

Mit Istvan sprach ich lange über Hotspot und er erinnerte mich mal wieder daran, wie wichtig es sei selbst bekannten Untergrund immer wieder neu mit dem Lotblei abzutasten. Hart ist eben nicht immer gleich hart und weich ist nicht immer gleich weich, feinste Unterschiede machen eben manchmal den Unterschied. Also schnappte ich mir eine der Ruten, Tastblei und machte mich auf den Weg zum Spot. Die Rute lag an einer der drei abfallenden Uferkanten, diesmal wurde die Kante noch peinlichst genauer abgetastet als sonst und siehe da, nach längerer Zeit wurde es interessant. Auf der Kante war links und rechts jeweils ein Krautfeld und das Zentrum lag frei aber selbst das Zentrum unterteilte sich erneut in zwei Bereiche auf, einen richtigen harten Untergrund sowie in einen mit Sediment bedeckten Untergrund. Dieser mit Sediment bedeckte Untergrund war nicht breiter als einen Meter, der harte Bereich war mindestens Viermal so groß.

Keine Stunde später meldete sich dann plötzlich genau diese Rute, mit völliger Freude stand ich mit Martin im Boot und Drillte einen schönen Spiegler mit 15 Kilo.

Erst wollte ich es noch nicht so recht glauben, dass es wirklich an solch einer Kleinigkeit gelegen hat, somit stieg ich ins Boot und brachte die Rute wieder auf die gleiche Stelle. Als ich das Boot am Ufer festmachte und mich gerade neben Martin setzen wollte läuft genau die gleiche Rute wieder ab, unglaubwürdig sprangen wir erneut ins Boot. Die Rute lag immerhin keine 20 Minuten, jetzt war ich nicht nur absolut glücklich sondern hätte mich am liebsten auch direkt selber geohrfeigt, wieso nicht etwas mehr Zeit investiert und direkt diesen kleinen aber feinen Unterschied bemerkt. Erneut brachte mir die Stelle einen Fisch mit über 15 Kilo.

Kurze Zeit später merkten wir dann es wird Herbst, die Sonne verabschiedet sich binnen Minuten und es wurde gut kalt in der Nacht. Gegen 7 Uhr morgens werde ich wach, es ist frisch und es wird gerade erst so richtig hell, doch dann werde ich gezwungen aus dem noch warmen Schlafsack hinaus zu springen. Wieder ist es die weite Stelle, die kurze Rute hatte ich sowieso bereits aufgeben. Meine Rute biegt sich zum Punkt wo man nervös wird, der Fisch zieht und zieht und zieht, bis auf einmal nichts mehr geht. Verdammt sitzt er fest oder ist der ab und ich hänge mit dem Rest im Kraut? Martin fährt das Boot so, dass ich besser pumpen kann, nach etwas mehr Kraft sehen wir zwei nur noch einen riesen Krautwald hoch kommen, doch plötzlich schimmert was durch das Kraut durch. Martin erkennt Schuppen durchblitzen und packt sich den Kescher. Auf der Waage hatte der schöne Schuppi dann auch noch 19.5 Kilo, was ein Tag sag ich euch.

Jetzt halte ich diese „kleinen“ Unterschiede auf dem Boden für noch mehr auschlaggebend also je zuvor. Welche „kleinen“ Unterschiede es beim Futter gibt, dazu wird euch Lutz in seinem Artikel etwas schreiben.


Sebastian



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