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Eine Session zu Dritt 3.0

Lutz Gansel

Endlich war es soweit. Wie hatte ich diese Session herbeigesehnt. Martin, Sebastian und ich hatten uns zum Angeln verabredet und István, unser Teamleader, wollte uns am ersten Tag besuchen kommen. Neben 3 Tagen angeln und natürlich dem Ziel zusammen ein paar Fische zu fangen, stand für mich die gemeinsame Zeit am Wasser, das Fachsimpeln sowie das weitere Kennenlernen im Vordergrund. Zwar lernten Sebastian und ich, Martin schon auf unserem Messestand der diesjährigen CarpExpo in Berlin kennen. Als Angler lernt man sich bei einer gemeinsamen Session am See erst richtig kennen und schätzen oder auch nicht. 

Meine Ruten lagen an Ihren Spots und das Warten begann. Glücklicherweise dauerte es nicht lange bis Sebastian mit István auch am See ankamen. Bald darauf ertönte ein bekanntes Geräusch. Ohne zu zögern griff ich zum Handy und hörte Martin sagen, dass er auch gerade am See angekommen sei. Ich staunte nicht schlecht, hatte Martin doch den Weg von Hamburg bis zum mehrere hundert Kilometer entfernten See auf eine Minute genau gefunden. Jetzt wo wir komplett waren, konnte es erst richtig losgehen. Schnell wurde gemeinsam alles aufgebaut und Martin das stark verkrautete Baggerloch und die Spots auf seiner Seite gezeigt.
Sebastian und ich trafen uns schon einmal ein paar Tage vorher am See, um uns eine gemeinsame Stelle zu finden, an der wir alle 3 gute Aussichten auf Fische hätten. Da wir beide den See schon ganz gut kannten, waren wir uns schnell einig in welchen Bereich es gehen sollte. Zwar war dies der einzige Seeteil den wir zufälligerweise beide gar nicht kannten, jedoch war es der einzige Bereich in dem wir keine möglichen Zugruten mit gespannten Schnüren stören würden. Darüber hinaus könnten wir gleichzeitig unsere Ruten pyramidenförmig vom Ufer aus verteilen. Martin könnte so seine Ruten an den linken Seiten vom Ufer bis zur mittleren Entfernung verteilen, Sebastian mittig und weit draußen und ich entsprechend auf der rechten Seite.

Wie geplant wurden jetzt erstmal die Ruten von Martin und Sebastian auf die jeweils gefundenen Spots abgelegt. Nachdem somit das Wichtigste erledigt war, stießen wir mit einem Astra aus dem kühlen Norden auf die gemeinsame und hoffentlich fischreiche Zeit an. Während wir unsere Angelstelle noch aufräumten, den Grill vorbereiteten, ließ uns zum ersten Mal ein erhofftes Geräusch kurz innehalten. Als ich realisierte, dass der geliebte Sound von meiner 2 m entfernten Sounderbox kam, rannte ich los. Nach kurzem Drill konnte ich in der Dämmerung unseren ersten Fisch fangen.

Ein kleiner Spiegler mit 12 pf hatte den 15er Hemp Boilie mit Buttermilk Flavour genommen. Yes, der Anfang war getan. Keine zwei Stunden später meldete sich meine zweite Rute von einem anderen Spot. Kurz darauf landete ich einen Schuppi mit 18 pf auf 15er Birdfood Boilie mit Caramel/Toffee.

Bereits eine Stunde später lief die Rute vom ersten Spot erneut auf Hemp mit Buttermilk ab. Nach kurzem Drill konnte ich einen kleinen Spiegler mit 13 pf in den Kescher führen.

Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Ich war auf Wolke 7, ging doch meine neue Taktik im unbekannten Seebereich bisher voll auf. Bis vor kurzem angelte ich an diesem See mit unserer Selective Range und fing Fische mit einem deutlich höheren Durchschnittsgewicht. Nachdem sich bei mir die Doppelfänge häuften, wollte ich im Herbst meine Köder anpassen und deutlich attraktiver fischen. Mir war natürlich bewusst, dass ich bei dem hiesigen Karpfenbestand mit attraktiveren und gleichzeitig kleineren Ködern deutlich mehr kleinere Karpfen fangen würde. Auf der anderen Seite würde ich damit bestimmt den ein oder anderen Ausnahmefisch (hier ab 35 pf) ansprechen, der große Köder nicht als natürliche Nahrung akzeptiert. Als sich um 1.45 Uhr mein zweiter Spot mit den 15er Birdies mit Caramel/Toffee erneut meldete, war mir schnell klar, dass ich bei dem Krautvorkommen sofort ins Boot sollte, damit dieser ruhig und stetig kraftvoll ziehende Fisch sich nicht im Kraut festsetzen könnte. Auch wenn ich das Festsetzen nicht mehr verhindern konnte, so konnte der Fisch das Kraut auch nicht zu seinen Gunsten nutzen und so schlossen sich bald die Keschermaschen um ihn. Die Waage bestätigte mein Gefühl. Ein Schuppi mit 39 pf. Was für ein Traumstart in unsere Session.

Zurück im Zelt beim gemeinsamen Astra guckte ich mir die Bildausbeute an. Als ich sah was wir eben fotografiert hatten, konnte ich mein Glück kaum fassen. Der Schuppmann entpuppte sich im Nachhinein als Two Tone.

Sebastian und mir war sofort klar, dass es für uns ein unbekannter Fisch war, ein neues Puzzlestück, obwohl wir hier seit mehreren Jahren regelmäßiger angeln. Plöpp, darauf mussten wir dann noch ein Astra köpfen. Um 3 Uhr ging es auf die Liegen und um 4 Uhr stand ich schlaftrunken erneut an der Rute, wobei ich den Biss leider nicht verwerten konnte. Nach der einen Stunde Schlaf war ich zu platt, um die Rute wieder rauszubringen. Die Rute machte ich wieder startbereit als ich durch ein ablegendes Boot wach wurde. Ich schielte aus meinem Schlafsack und sah Martin mit einer krummen Rute in der Hand im Boot stehen.

Ich freute mich riesig, dass jetzt Martin seinen ersten Fisch im Drill hatte. Jetzt kam Martins heiße Phase, in der er einige Fische landen konnte. Während Martin loslegte und Sebastian in den letzten beiden Tagen nachlegte, wurde es bei mir ruhiger. Zwar konnte ich mittags noch einen letzten Spiegler mit 16 pf landen, aber egal was ich machte, die rechte Seeseite schien auf einmal wie ausgestorben.

Zu dem kam noch etwas Pech dazu. Zu Beginn der zweiten Nacht hatte ich auf meinem Birdy Platz noch zwei einzelne Piepser. Nachdem die Nacht ansonsten ruhig blieb, konnte ich mittags beim Überprüfen der Montage eine fette Brasse aus einem 2 m² Krautberg befreien. Hätte ich doch auf die beiden Piepser reagiert, hätte die Brasse wohl nicht die ganze Nacht meine Stelle blockiert. Darüber hinaus hatten die Raubfischangler meinen Bereich entdeckt und paddelten vormittags zu der besten Beißzeit permanent über meine Stellen. Wie Martin in seinem Bericht zu unserer Session von letztem Freitag schon schrieb, so ist halt Karpfenangeln.

In diesem Sinne verbleiben wir und freuen uns auf gemeinsames Fachsimpeln mit Euch in Wallau.

Lutz



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