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Der April macht was er will

Sebastian Wirtz

Jeder Angler freut sich auf die ersten warmen Tage, wenn die Blätter wieder sprießen und die Farbe von Grau auf Grün wechselt. Das Frühjahr kommt in riesen Schritten aber bringt auch ebenfalls eine nicht zu vergessene Gefahr mit sich, enorme Wetterschwankungen. Tagsüber wechselt man permanent zwischen T Shirt und Pullover um sich dann vor der Nacht erneut wieder die Thermosachen anzuziehen. Oft sind wir zu euphorisch weil es bereits nach Frühling riecht und sich auch so anfühlt, aber wir vergessen oft, dass es unter Wasser immer noch etwas länger dauert.

So erging es auch mir mal wieder einmal, euphorisiert von den ersten warmen Tagen will ich in einer gewissen Zeit immer wieder zwei bis drei Nächte an einem neuen Gewässer verbringen. Stunde über Stunde verbrachte ich mit Vorbereitungen für dieses neue Gewässer, Stellen abklopfen, Tiefen finden und eben auch wieder nach interessanten Stellen am Ufer Ausschau zu halten. Auch wenn die Gefahr groß war, dass noch kein Fisch in den flacheren Bereich ziehen sollte entschied ich mich für einen Seitenarm des Sees der relativ flach war. Trotz des harten Winter wodurch viele Seen nach Jahren hier in der Region endlich mal gefroren waren, war noch sehr viel intaktes Kraut im Arm. Dieses Kraut sollte den Fischen bestimm eine gute Möglichkeit bieten sich zurück zu ziehen und daher sollten auch jetzt bereits ein paar Fische im Arm vorhanden sein. Nachdem ich meinen 50/50 Mix mit Spanish Robin Red und Super Cinnamon in 24 mm auf eine kleine Uferkante eng verteilte sollte die Nacht kommen. Etwas Sorge bereiteten mir die teils starken Temperaturschwankungen in der Nacht. Von 17 Grad am Tag zu 2 in der Nacht. Aber es schien als wäre der Gedanke nicht so falsch gewesen und somit konnte ich einen schönen ersten Schuppi des Jahres auf die Matte legen.

Ein paar Tage später wollte ich es dann erneut an dieser Stellen versuchen, ich fütterte erneut jeden Tag 300 Gramm des 50/50 Mix an. Ich machte mir eine ganz enge Futterstelle, damit die Attraktivität sich etwas steigert. Als ich dann die Rute raus bringen wollte konnte ich vom Boot bereits sehen, dass der sonst dunkle Boden sehr hell geworden ist, aber für die Nacht war erneut ein krasser Abfall der Temperaturen angesagt mit Frost und bis zu -4 Grad. Ich wollte nach all den Tagen der Vorbereitung aber jetzt nicht die Flinte ins Korn werfen. Gegen Morgen stehe ich dann frierend im Boot mit krummer Rute in der Hand. Der Fisch ist einmal kurz hoch gekommen und ich konnte es kaum glauben. Der dritte Fisch des Jahres und dann direkt ein Spiegler mit exakt 20.3 Kilo an einem neuen See.

Haut was raus

Sebastian



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