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Mein Start in die Saison 2017 2/2

Martin Plettner

Nachdem ich in meiner letzten Session doch einige schöne Fische fangen konnte und ich wahrscheinlich einen etwas besseren Karpfen in einem versunkenen Baum verloren hatte, wollte ich erneut einen Versuch wagen. Ich hatte seit meinem letzten Ansitz die Plätze weiterhin unter Futter gehalten und verwendete dazu wieder den 50/50 Mix mit Spice Oriëntal in 20mm. Beim Fischen ging ich genauso vor wie beim letzten Mal. Am ersten Tag befischte ich ausschließlich die Plätze im Nahbereich und wollte erst wieder nach der ersten Nacht die beiden Plätze in mittlerer Distanz beangeln. Als Hakenköder verwendete ich die gleichen Boilies, wie die, mit denen ich fütterte. Mit einem grünen Pop Up Dumbel hob ich das Hakengewicht auf, so dass meine Köder fast schwerelos waren.

Am späten Abend fiel dann schon der erste Karpfen auf meinen fast schwerelosen Köder rein.

In den frühen Morgenstunden biss ein schlanker und kampfstarker Schuppi.

Nachdem die erste Nacht vorüber war, nahm ich wieder zwei Ruten von den Plätzen im Nahbereich und legte diese auf die Plätze auf mittlerer Distanz. Darunter war auch der Spot, an dem ich in der letzten Session einen besseren Fisch in einem versunkenen Baum verloren hatte, weil der Haken aufbog. Aber dieser Mal verwendete ich einen stärkeren Haken und eine geflochtene Hauptschnur, um bei einem weiteren Biss dem Fisch keinen Zentimeter Schnur zu schenken. Beim Ablegen der Rute konnte ich durch das trübe Wasser wieder die hellen Fraßlöcher sehen. Nur noch drei kleine Hände Boilies im kleinen Radius verteilen und dann wieder zurück zum Platz. Ich war schon richtig gespannt ob der Fisch nochmal beißen würde, aber mehr als versuchen kann man es nicht, dachte ich mir. Nach kurzer Zeit wurden die anderen Ruten auch mit frischen Boilies bestückt und lagen dann wieder auf den Spots. Ich hatte mir angewöhnt die Wathose immer nach dem Rausfahren der Rute etwas länger anzubehalten, um noch ein letztes Mal die Position der Swinger zu kontrollieren und gegebenenfalls die Schnur zu spannen. Aber dieses Mal war es irgendwie anders. Nach getaner Arbeit zog ich mir die Wathose bis zu den Knien, setzte mich auf meinen Stuhl, machte mir ein Astra auf und beobachtete das Wasser. Ich versank in Gedanken und lauschte der Natur. Aber als sich dann später meine Funkbox meldete, schmiss ich fast vor Schreck das Bier in die Luft. Wie gut, dass ich noch meine Füße in der Wathose hatte, denn so war sie blitzschnell angezogen und ich damit im Wasser und sofort an der Rute. Es war der Platz am versunkenen Baum. Dank der geflochtenen Hauptschnur hatte ich sofort Kontakt zum Fisch, der richtig Druck machte. Ich wusste sofort wo der Karpfen hin will, aber noch bevor ich ihm entsprechend Kontra geben konnte, erreichte er schon die ersten Äste des Baumes. Nun musste ich schnell reagieren. Ich entschied mich in wenigen Bruchteilen einer Sekunde nicht in das Boot zu steigen und ihn stattdessen mit roher Gewalt wieder aus den Baum rauszuziehen. Es war kein schönes Gefühl zu spüren wie die Schnur am Holz entlanglief. Der Fisch legte sich echt ins Zeug und wollte mit aller Kraft noch weiter in den Baum schwimmen, doch ich hatte die Bremse zu und den längeren Hebel und konnte ihn doch noch aus den Baum herausziehen. Puh, er ist frei! Nun konnte ich in das Boot steigen und mich zu ihm heranziehen, denn der Drill war noch nicht vorbei. Ich sah wie die Schnur recht schnell Richtung Schilf verlief. Doch mit einem entgegengesetzten seitlichen Zug mit der Rute konnte ich ihn aus der Bahn werfen und so die Richtung ändern. Dann bekam ich ihn das erste Mal zu Gesicht, es war ein großer Schuppenkarpfen. Er zog noch eine Weile seine Bahnen, aber als er an der Oberfläche war und nicht mehr abtauchte, schob ich schnell den Kescher unter ihn. Yes! Ich habe ihn! Ich verweilte noch einen kurzen Augenblich an Ort und Stelle, bewunderte den Fisch und atmete tief durch. Als ich am Platz wieder ankam, war ich schon gespannt was der Schuppi auf die Waage bringt. Bei ganz genau 19 kg blieb der Zeiger der Wage stehen. Ich war so happy, dass es doch noch geklappt hat. In der Unterlippe konnte ich noch eine gut verheilte Narbe finden. Das war definitive der Fisch, den ich in der letzten Session verloren habe.

In den folgenden zwei Nächten blieben die Bissanzeiger weiterhin nicht stumm und so konnte ich noch so einige schöne Fische auf die Matte legen.

 

 

Ich denke mal, dass ich den großen Schuppenkarpfen fangen konnte, weil ich den Platz, nachdem ich ihn das erste Mal hakte, in Ruhe gelassen habe. Da ich trotzdem weiter fütterte, konnte ich wieder das Vertrauen des Fisches Gewinnen und ihn wieder zum Biss verleiten. Manchmal macht sich das Schonen von Plätzen richtig bezahlt.

Martin



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