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Nutze die Zeit!

Martin Plettner

Wenn man zusammen mit anderen Leuten eine gemeinsame Session plant, dann benötig man meistens immer genügend Vorlaufzeit. Je älter man wird, umso mehr Verpflichtungen hat man und umso schwieriger ist es einen geeigneten Zeitpunkt zu finden. Genau so war es auch bei Christian und mir. Seit letzten Jahr redeten wir davon einmal zusammen in Mecklenburg einen der großen Naturseen zu befischen, doch nie konnte ein geeigneter Zeitpunkt gefunden werden. Doch Mitte Mai bot sich ein Wochenende perfekt an. Alles schien zu passen! Selbst meine Freundin war im wahrsten Sinne des Wortes ausgeflogen und würde deshalb nicht mal rumnörgeln, dass ich schon wieder am Wasser hocken würde. Jackpot!
Leider war der April viel zu kalt und das Wasser des Sees hatte sich noch nicht ausreichend erwärmt. Wir wollten die Zeit aber unbedingt zusammen nutzen, also musste ein „Plan B“ her. Der Mai ist bekanntlich der Monat für den Start in die Raubfischsaison und da Christian sich sowieso mehr den Räubern verschrieben hatte, konnte ich ihm seine Idee auf Hecht zu angeln nicht ausschlagen. Also quälten wir uns an dem Samstagmorgen um 4 Uhr aus unseren Betten und fuhren an den See. Gelohnt hat sich das frühe Aufstehen auf jeden Fall, denn wir fingen den ganz Tag zusammen über 35 Hechte und hatten eine tolle Zeit zusammen. Somit haben wir die Gegebenheiten perfekt ausgenutzt und hatten einen geilen Zeit am Wasser. Nach knapp 15 Stunden wussten wir abends aber auch was wir getan hatten und sind tot müde in unsere Betten gefallen.

Trotz dem Erfolg wollten wir die geplante Session an unserem großen Natursee in Angriff nehmen, denn ich hatte hierfür extra schon Boilies anpassen lassen. Da dort mit großen Brassen zu rechnen ist und die Karpfen noch kurz vor dem Liebesspiel waren, ließ ich den 50/50 Mix mit doppelter Menge Black Pepper in 24mm abrollen. Natürlich sollten die Boilies schnellstens zum Einsatz kommen, deshalb haben wir uns auf das Wochenende um Pfingsten geeinigt. Geplant war es, drei Nächte am Wasser zu verbringen. Dafür fütterten wir drei Tage lang zwei verschiedene Bereiche an, wo wir bereits einige Karpfen entdecken konnten. Pro Spot flogen immer 500 Gramm Boilies in das 1,5 bis 2m tiefe Wasser. Das mag für so große Naturseen recht wenig klingen, reicht aber! Obwohl es dort vor Brassen wimmelte, hakten wir nicht einen Einzigen davon. Ein gutes Zeichen, dass unser Futter nur von den Karpfen gefressen wurde, was sich kurze Zeit später bewahrheiten sollte. Gleich in der ersten Nacht konnten wir einen Spiegelkarpfen von 17 kg landen.

Obwohl wir bereits in der ersten Nacht gleich Fischkontakt hatten, wollten wir zum nächsten Platz moven. Wir hatten ja extra zwei Bereiche parallel vorgefüttert und wollten schauen wie es am anderen Platz laufen würde. Gleichzeitig würde am ersten Platz wieder etwas Ruhe einkehren.
Beim Zusammenpacken lief noch ein weiterer Karpfen ab und fand den sicheren Weg in den Kescher.

Als wir am zweiten Platz angekommen waren, sahen wir gleich einige Karpfen durch das Schilf ziehen. Ein Fisch ließ sich öfters blicken und fiel durch seine markantere Färbung auf. Ich würde sogar behaupten, dass das derselbe kleine Spiegler war, der sich etwas später über unsere Boilies hermachte und schließlich am Haken hängen blieb.

In der folgenden Nacht konnten wir noch zwei weitere Fische von ungefähr 10 kg und einen weiteren von 15 kg in den frühen Morgenstunden landen.

Für unsere letzte Nacht wollten wir wieder an unseren ersten Platz zurückkehren. Obwohl wir am zweiten Platz mehr Fische gefangen hatten, dachten wir uns, dass am ersten Platz das Durchschnittsgewicht der Karpfen etwas höher sein könnte. Und tatsächlich wurde dies noch einmal bestätigt, denn noch bevor es wieder hell wurde lief wieder die Rute ab, auf der wir unsere ersten beiden Fische fangen konnten. Der Fisch flüchtete sofort in das Schilf, aber mit Hilfe vom Schlauchboot konnten wir die Verfolgung aufnehmen und ihn schließlich aus dem Schilf befreien. Und dann konnte der Drill beginnen. Der Spiegler zog kraftvoll seine Bahnen und uns im Schlepptau hinter sich her. Im Freiwasser konnte ich ihn dann gefühlvoll ausdrillen. Als ihn die Kräfte verließen reagierte Christian blitzschnell und kescherte ihn sofort. Jaaa, wir haben ihn! Nur mühsam konnte ich den Fisch in das Boot heben und dachte mir gleich, dass dieser Fisch sicher um die 20 Kilo wiegen könnte, traute mich aber nicht dies auszusprechen. Christian war schon ganz aufgeregt und gab sofort seinen Tipp preis. Die Waage verschaffte schließlich Gewissheit. Tatsächlich fehlten nur wenige Gramm zur 20 Kilo Marke.

Wir waren mega happy zum Abschluss noch so einen geilen Fisch gefangen zu haben und beendeten zufrieden unsere gemeinsame Session.

Martin



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