« zurück zu Blogs

Gewitterkarpfen am Bleder See

Josef Szitas

Am 12. Mai kamen wir am Ufer des bekannten slovenischen Gewässers an. Den ersten Tag haben wir mit Location verbacht. Als wir den See umrundeten, haben wir kein einziges Anzeichen für einen Fisch gefunden. Winterliches Wetter, das Schongebiet und die großen Tiefen bereiteten uns Kopfzerbrechen. Nach langer Beratschlagung haben wir uns für das Südufer entschieden.

Der Morgen brach schnell an und wir waren schon im Morgengrauen unterwegs zum See. (An diesem See ist das Angeln vom Morgengrauen bis 23:00 Uhr erlaubt. Danach muss man seine Sachen packen und das Ufer verlassen.) Am Ufer angekommen tobte ein starker Wind. Wir wollten keine Zeit verlieren und begannen sogleich mit dem Aufbau.

Ans Haar kamen Boilies aus dem 50/50 sowie dem Nutty Mix in 20 und 24mm, die wir zuvor im Keen Carp Bait Service bestellt haben, und platzierten die Montagen in 11 bzw. 13 m Tiefen.

Wenig später sah ich schon den ersten Fisch über dem Platz rollen und keine 10 Minuten später bekam ich einen Drop-Back. Bei riesigen Wellengang konnte ich den ersten Karpfen aus dem Bleder See über meinen Kescher führen. Wir wussten sofort dass es ein 20+ Fisch ist, was das Wiegen bestätigt hatte. Ich konnte einen wunderschöner Spiegler mit 23,30 kg in meinen Händen halten und das bereits nach knapp einer Stunde angeln.

Wir konnten es kaum glauben.

Schnell beförderte ich die Montage wieder an ihren Platz. Um 13:00 Uhr kam der nächste Biss. Diesmal war es ein Vollrun, der das Monotone Pfeifen des Windes durchbrach. Nach einem spektakulären Drill konnten wir wieder einen riesigen 20+ Spiegler Keschern. Der Fisch wog 22,1 kg.

Beim Fotografieren des Fisches scharten sich sogar die Touristen um uns.

Leider wurden meine Schuhe nass, weswegen ich zurück zu unserer Unterkunft musste um mich um zu ziehen. Ich war noch garnicht angekommen, da klingelte mein Handy. Auch mein Freund Josi hatte zwischenzeitlich einen Fisch am Band. Ich beeilte mich so gut ich konnte und konnte ihm schließlich den Fisch keschern.

Vor dem Einbruch der Dunkelheit konnte ich noch einen Schuppie mit über 19 kg verzeichnen.

Der Abend verlief dann ruhig.

Am nächsten Tag fütterten wir etwas mehr und platzierten die Ruten auf der linken Seite weiter nach rechts in Richtung der Bucht. Die Bisse blieben jedoch aus. Wir dachten dass die Fische wohl nach dem Wetterumschwung weitergezogen sind. Wir Beratschlagten uns, was wir wohl jetzt machen sollten. Sollen wir bleiben, oder sollen wir den Platz wechseln? Schlußentlich entschieden wir uns zu bleiben, denn die Wettervorhersage meldete wieder Wind und Regen.

Der dritte Tag fing traumhaft an. Der Wind kam zurück mit Regen im Schlepptau. Kurz nach dem mein Freund Josi seine Ruten platziert hatte, kam auch schon der erste Run. Nach einem aufregenden Drill konnte ich ihm schließlich einen länglichen Spiegler Keschern. Der Zeiger der Waage blieb drei Teilungen über der 24 kg Marke stehen.

Wir schwelgten gerade über unsere Erlebnisse der vergangenen Tage, als plötzlich die Rute die wir in die Bucht neben uns platziert hatten zum leben erwachte. Nach weiteren nervenaufreibenden Minuten war der 18 kg schwere Spiegler im Kescher.

Keine Stunde später, gerade als ich mit ein paar Touristen im Gespräch war, rief mein Partner mir zu, dass er wieder einen Biss hat. Das war bis jetzt der härteste Drill. Als der Fisch hoch kam, ahnte ich gleich, dass es der bis jetzt größte Fisch ist. Weitere Minuten verstrichen, ehe wir den riesigen Karpfen über den Kescher führen konnten.  Wir mussten schon zu zweit anpacken um ihn aus dem Wasser zu heben. Beim Wiegen wurde unsere Vermutung Realität. Mit 26,20 kg war es nicht nur der Größte Fisch der Session, sondern auch der neue PB von Josi.

Unsere Freude war unbeschreiblich.

Obwohl wir noch auf weitere Aktionen an diesem Tag hofften, blieben die Bissanzeiger Stumm. Der Wind hörte auf und sogar die Sonne kam hinter der dichten Wolkendecke hervor und die Fische verschwanden.

Am vierten Morgen kehrten wir dorthin, wo wir am Tag zuvor aufgehört hatten, aber von den Karpfen war keine Spur. Wir sahen mehrere Fische im Schongebiet rollen, also packten wir zusammen und wechselten den Platz, aber konnten keinen weiteren Biss verbuchen.

Es war ein sehr anstrengender Trip mit Sturmböen, wenig Schlaf, täglich zweimal ein- und auspacken und vielen Touristen, was uns sehr viel Energie gekostet hat, aber das war es uns Wert, denn wir konnten wunderschöne Fische Fangen! In den vier Tagen haben wir insgesamt ca. 8-9 kg Boilies verwendet. 6 Karpfen konnten wir mit 20mm Boilies aus dem 50/50 Mix fangen und einen mit den 20mm Boilies aus dem Nutty Mix. 4 Karpfen waren über 20 kg und auch das Durchschnittsgewicht der Fische war über 20 kg. Wir wünschen allen ähnlich erfolgreiche Trips!

 

Josef Szitas, Josef Krakovszki



Wenn Sie es mögen, folgen Sie unserer Facebook-Seite!

Abonnieren Sie unseren Newsletter!