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Auf der Jagd! - Bootsfischen auf der Lot

Tim De Bie

Unser nächster Trip steht an, nur wohin? Da es schon immer mal ein Traum von mir war am Fluss Lot zu fischen, beantwortete sich die Frage ziemlich rasch.

Ich liebe die urigen und wilden Flüsse, die sich durch markante Landschaften schlängeln.

Nach etwas Recherche im Netz stolperte ich über die Internetseite „Lot Experience“ von Wouter und Kiek. Dass junge niederländische Paar hat sich vor ca. einem Jahr an den Ufern dieses berühmt berüchtigten Flusses niedergelassen und vermieten dort Boote speziell ausgestattet für die Bootsangelei.

Mit diesen Informationen im Gepäck brauchte ich bei meinem Angelkumpanen Jürgen auch nicht wirklich Überzeugungsarbeit leisten. Wir waren uns direkt einig und buchten uns bei Wouter ein Boot für die letzte Maiwoche.

Danach folgte eine kurze Rücksprache mit István, dem Teammanager von Keen Carp bezüglich der Köderwahl. Da es sich um ein wildes, naturbelassenes Gewässer handelt, bestellte ich Boilies aus dem Big Water Mix mit doppeltem Spanish Red Flavour in der härtesten Ausführung aus dem Bait Service.

Bei unserer Ankunft wurden wir von Wouter und Kiek sehr herzlich empfangen und konnten am nächsten Morgen unser Boot beziehen. Wir mussten feststellen, dass es ganz schön eng mit dem ganzen Tackle, Verpflegung und Köder an Bord wird.

Wir legten ab und verbrachten die nächsten Stunden mit Location. Einige Stellen versorgten wir schon mit Futter. Der Plan war, diese vielversprechenden Plätze zwischendurch weiter mit Boilies zu füttern und im späteren Verlauf des Trips zu befischen.

Den ersten Angeltag fischten wir an der Barrage. Bis das Boot sicher in der Strömung vor Anker war und die Ruten lagen, war es schon spät am Abend.

Nach einem guten Abendessen ließen wir den Tag noch einmal revue passieren.

In der ersten Nacht zeigten sich die Flußbewohner schon aktiv. Es war ein atemberaubender Anblick die Welse dabei zu beobachten, wie sie im Mondschein an der Wasseroberfläche raubten.

Morgens lief dann die erste Rute ab und ich konnte nach der ersten Nacht schon einen guten und sehr kampfstarken Lotkarpfen landen.

Fantastisch diese Kampfkraft der Flußfische, ein Großteil der Lot-Torpedos besteht aus Wildbeständen.

Es folgten noch ein paar Aktionen, wir hatten anscheinend die Fische gefunden. Trotz alledem beschlossen wir weiter zu ziehen und befischten in den nächsten zwei Nächten wieder zwei verschiedene Spots, wobei einer dieser beiden nun schon seit drei Tagen unter Futter stand. Die zwei tage verstrichen ohne einen einzigen Lauf.

Wir konnten uns keinen Reim darauf machen und kamen zu dem einfachen Schluss, dass die Fische einfach nicht da waren! Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken war der Jagdtrieb nun erst recht entfacht und wir mussten die Fische suchen.

Und wir fanden sie auch.

Jürgen und ich ankerten das Boot an einer riesigen Krautbank, uns schoss der gleiche Gedanke durch den Kopf: „Heimspiel“, denn das Angeln in stark verkrauteten Gewässern liegt uns beiden sehr. Nach dem die Ruten sorgfältig und punktgenau an den auserwählten Spots verteilt waren, dauerte es auch nicht lange bis zum ersehnten Dauerton.

Nach einer schlaflosen Nacht mit einigen Fischen, legten wir am Morgen wieder ab um noch weitere Stellen aus zu kundschaften.

Wir entdeckten ein paar tolle Buchten und Zuläufe zum Fluß die wir abspeicherten. Trotzdem entschlossen wir uns wieder an die Krautbank zurück zu kehren.

Der nächste Morgen brach ohne Aktion an! Die Fische waren wieder weg!

In der nächsten Nacht setzten wir auf einen Flusszulauf. Nachdem ankern sahen wir schon was los war.

Tief im Nebenarm spritze und platschte es ganz gewaltig zwischen den Seerosen und im Holz.

Das würde erklären warum die Fische an manchen Stellen so kurzweilig präsent waren und nicht an den Spots verweilten. Sie wollten hier her und haben mit dem Laichgeschäft begonnen. Unser Plan war es die Montagen auf der Sandbank vor dem Nebenarm zu verteilen um ein paar rein- oder rausziehende Fische ab zu fangen.

In der Nacht ging es dann los. Das Resultat: unaufhaltbare Fische und aufgebogene Haken.

Ich denke die großen Welse hatten die gleiche Idee wie wir.

Wir ließen uns nicht unterkriegen und brachten die Montagen wieder sorgfältig aus.

Dies sollte am nächsten Morgen belohnt werden!

Es war der letzte Morgen des Trips, wir hatten schon einiges zusammengepackt und ich entschloss mich mit meinem Hund Spider noch einen kleinen Landgang zu unternehmen.

Als ich unterwegs war geschah das, womit eigentlich keiner mehr rechnete. Aus der Entfernung hörte ich ein wildes Gepiepe und die Rufe von Jürgen.

Ich nahm die Situation nicht richtig ernst und kehrte langsam Richtung Boot um. Dann ertönte  der nächste Piepser. Doppelrun!

Meine langsame Umkehr ging nahtlos in einen Vollsprint über. Am Boot angekommen sah ich ein Bild das ich nie vergessen werde.

Jürgen stand mit dem Kescher zwischen den Beinen und links und rechts eine bis ins Handteil gebogenen Rute in den Händen.

Rasch paddelte ich zu ihm hinüber und kescherte den ersten Fisch, im gleichen Moment übernahm ich die zweite Rute.

Nach einem harten Drill konnten wir auch diesen sicher landen. Ein mächtiger und langer Schuppi lag in den Maschen des Keschers.

Nach dem Ablichten und Releasen der beiden Fische, packten wir zufrieden unser restliches Gerät zusammen und fuhren zurück zu Wouter.

Ein Trip von dem wir noch lange schwärmen werden. Es war keinesfalls ein Spaziergang, sondern richtig harte Arbeit, für die wir ausreichend mit bärenstarken Karpfen und einem überaus besonderem Freiheitsgefühl von diesem Fluss belohnt wurden.

Wir werden diesen Fluss mit Sicherheit wieder besuchen, um ihm noch mehr Geheimnisse zu entlocken.

Bis dahin eine tolle und erfolgreiche Zeit am Wasser.

Euer Tim



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