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Das Ziel immer vor Augen!

Andre Ambrosi

Ende 2018 hatte ich durch Zufall das Video von Kozma Tamás gefunden, was meine Neugierde auf diese Art der Angelei weckte. Umgehend kaufte ich ein Ticket für den Workshop in Berlin. Im Vorfeld wusste ich schon, dass ich das, was ich vorher tat, über Bord werfen musste. Es fiel mir auch gar nicht so schwer. Die Großen waren mein Ziel.

Aus dem geplanten 4-stündigen Workshop  wurde ein fast 6-stündiger Vortrag. Nach so viel Input war nur noch „Knete“ in meinem Kopf. Wir bekamen so viel Informationen über die Biologie des Karpfens, über Taktiken und Köder, dass es selbst mir zu viel war. Für die nächsten 3 Tage war ich völlig raus. So viele Gedanken kreisten in meinem Kopf, aber ich wollte die Großen, also war Veränderung nötig. Als ich mich wieder gefangen hatte, hieß es alles Alte über Bord zu werfen und die Herausforderung annehmen.

Köder technisch war ich noch nicht aufgestellt. Kurzer Hand schrieb ich William Borosch vom Keen Carp Bait Service an. Es dauerte nicht lange, bis er mich zurück rief und wir sprachen über mein Vorhaben. Als Köder empfahl er mir einen Boilie aus dem 50/50 Mix mit Spanish Red/Apricot Dream Flavour in 24 mm Größe.

Der erste Trip stand eigentlich schon fest, doch dann gesundheitlich "no way"! Ostern sollte es dann endlich klappen. Obwohl ich schon lange auf Kurzansitze setzte, entschloss ich mich doch ein paar Tage über Ostern zu fischen. Gesagt getan. Die Spots waren schnell gefunden, doch die Temperaturen bereiteten mir etwas Sorgen, weshalb ich nur 200g Boilies in 24mm fütterte. Nebenbei fischte ich auf entfernteren Spots mit kleineren Boilies, auf denen allerdings nichts lief. So fische ich nur, wenn ich wirklich mal ein Wochenende oder im Urlaub Zeit habe. Es folgten 3 Tage nicht Angeln auf den gefütterten Spots.

Das Abwarten viel mir leichter als gedacht. Am vierten Tag landeten dann eine Handvoll Boilies auf dem Futterplatz. Ich vertraute voll und ganz auf meine Taktik. Die Nacht verging ohne Aktion, doch um sieben Uhr Morgens kam der ersehnte Ton. Sofort merkte ich, dass es einer der größeren Fische des Sees war. Dank dieser Taktik konnte ich mein persönliches Osterei mit 18 kg fangen.

Da ich meine Angelei Schicht bedingt und der Familie zu Liebe meist unter die Woche verlege, stand auch schon die nächste Session an. Ich fütterte 3 Tage nach der Schicht 300 g 24 mm Boilies pro Spot an. Am Angeltag selbst kam ich erst spät ans Wasser. Eine Gewitterfront hätte fast alles zunichtegemacht. Punkt 20.30 Uhr verzog sich das Gewitter, also schnell wieder eine Handvoll Boilies auf den Platz und Rute gelegt. Nach knapp 4 Stunden, in denen ich noch eine Schleie fing,  lief dann die andere Rute ab. Schnell war der Fisch im Kraut fest. Ich konnte den Fisch relativ leicht aus dem Kraut befreien und keschern. Ein Blick reichte, um zu sehen, dass es wieder einer der Großen des Sees war. Mit seinen 19,2 Kilo Gewicht konnte ich mehr als zufrieden sein. Das Ziel war aber 20+!

Wenige Zeit später besuchte ich einen Freund an einem mir bis dato unbekannten Gewässer. Wir redeten viel über Köder, Beißzeiten, Futtertaktiken usw. Er erzählte mir, dass er im Urlaub eine Woche hier angeln würde. Aus der Laune heraus fragte ich ihn, ob er für mich Vorfüttern würde. Mit seiner Zustimmung brachte ich ihm meine Köder vorbei und er fütterte 3 Tage mit 300 g Boilies vor. Ein anderer Freund saß mit ihm dort und bot mir seine Hilfe bei der Spotsuche an und auch die Plätze in seinem GPS Gerät zu speichern. Fünfzehn Jahre kannte er den See schon und ich vertraute den Beiden. Ich bat ihn  Spots in Ufernähe in einer Wassertiefe von 3-4 m zu markieren.

Der Tag war gekommen. Direkt nach der Nachtschicht fuhr ich los, um zeitig am Wasser zu sein. Mit vollstem Vertrauen in die Vorarbeit der Beiden, lagen meine Ruten wieder bestückt mit einem 24 mm  50/50 Mix Spanish Red/Apricot Dream Boilie am Haar gegen halb acht im Abstand von 10 m Entfernung voneinander in Gesellschaft einer Handvoll Boilies Drumherum. Der aufkommende Wind machte das Ablegen der zweiten Rute fast unmöglich, aber schlußendlich fand auch sie ihren Platz. Ich war gerade in den Tiefschlaf verfallen, da lief die erste Rute ab. Was dann folgte, war wie in einem Traum. Über eine Stunde Drill vom Boot aus ergaben diesen Kämpfer mit 19 Kilo. 

Aber es sollte an diesem Morgen noch dicker kommen. Etwa eine viertel Stunde, nachdem der erste Fisch versorgt war, lief auch die zweite Rute ab. Wieder folgte ein fast einstündiger Drill. Etwas kaputt von den beiden Drills kurz hintereinander realisierte ich erst gar nicht auf den ersten Blick,  dass der Zeiger der Waage sich bei 22 kg einpendelte. Ich erreichte nicht nur mein Ziel, sondern konnte auch zugleich meinen neuen PB aufstellen!

Es war eine super Session dank der guten Vorarbeit meiner Freunde. Danke Jungs! Das Ziel war erreicht. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht fuhr ich schließlich nach Hause und plante in Gedanken schon meine nächsten Sessions. Dazu später mehr. Mal schauen was mir der Herbst noch schönes bringen wird. 

An dieser Stelle möchte ich mich noch bei William und Victor vom Bait Service bedanken, die egal zu welcher Zeit immer ein offenes Ohr haben. Bis jetzt kann ich sagen, der Workshop hat sich mehr als gelohnt. Mit guten Ködern und der richtigen Taktik konnte ich mein Durchschnittsgewicht von 8 kg auf über 19 kg erhöhen!

In diesem Sinne, das Ziel immer vor Augen!

 Gruß,
André



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