« zurück zu Blogs

Ein erfolgreicher Anfang

Andreas Sattler

Nachdem mir der Name Keen Carp, vor allem in den letzten beiden Jahren, schon mehrfach untergekommen war, konnte ich der Neugierde nicht mehr Stand halten. Ein paar Freunde und ich beschlossen uns für den Workshop im März 2019 anzumelden und herauszufinden, was hinter diesem Namen steckt.

Nach einer herzlichen Begrüßung, folgte eine Reihe von Fakten, welche jeden der Anwesenden die Augen öffnete und vor allem zum Nachdenken brachte. Bereits am Heimweg war mir klar, dass ich in der nächsten Session das neu erlernte umsetzen wollte.

Gesagt, getan. Ich verfolgte bei der ersten Session im Mai jene Taktik, welche ich zuvor im Workshop erlernt hatte. Durch einen hohen Besatz an jungen Fischen in diesem Natursee, musste ich mich immer durch angeln, bis einer der Größeren im Kescher landete. Diesmal brachte ich jedoch drei Tage lang, auf zwei Plätzen eine geringe Futtermenge ein und begann diese erst danach zu befischen. Pünktlich zur Beisszeit, rannte die erste Rute ab. Nach einem Drill im morgendlichen Nebel, konnte ich es gar nicht glauben. Der erste Fisch des Jahres über der 20 kg Marke war im Netz!

Im Laufe des Tages, konnte ich neben einigen schönen Karpfen um die 15 kg, noch zwei weitere Bretter mit 18,2 und 18,4 kg fangen.

Nach diesem Erfolg im Mai begann ich voller Motivation die ersten Versuche mit der Readymade Boilieserie von Keen Carp. Bewusst probierte ich diese an überlaufenen Tagesgewässern aus, bei denen wir normalerweise mit kleinen Ködern oder Partikeln an die großen Karpfen kamen. Zu Beginn hatte ich ein etwas komisches Gefühl dabei, als ich dort zum ersten Mal mit 24 mm Boilies fischte. Jedoch verschwand dieses Gefühl von Stunde zu Stunde mehr und mehr, als ich merkte, dass die Beifänge ausblieben und ich mit einigen schönen Karpfen bis 22 kg belohnt wurde.

Mit diesen Eindrücken stand mein Entschluss fest und mein Vertrauen war gefestigt. Für die fünf tägige Session, welche im August dieses Jahres geplant war, musste ich perfekt vorbereitet sein. Vor allem, weil das Ziel eine Schottergrube war, welche ich zuvor noch nicht befischt hatte. Zudem wusste ich, dass sich schon einige Angler die Zähne an diesem Gewässer ausgebissen hatten und deswegen wollte ich nichts dem Zufall überlassen.

Schon als ich das erste Mal mit Csaba Rontó vom Keen Carp Individual Bait Service Kontakt aufnahm, war mir jene Hilfsbereitschaft aufgefallen, welche ich in dieser Form von keinem anderen Bait Service zuvor kannte. Zwei Telefonate später, hatten wir bereits gemeinsam eine Taktik sowie einen Köder für meine anstehende Session ausgearbeitet.  

Am Tag der Anreise konnte das Wetter gar nicht schöner sein. Bei Temperaturen über der 30 Grad Marke, begann ich mit dem Aufbau des Camps und startete schon kurz darauf aufs Wasser hinaus. Ich nahm mir genügend Zeit, um meine Spots bedacht auszuwählen und genügend Abstand zwischen ihnen zu lassen. Nachdem ich sechs Plätze für mich gefunden hatte, begann ich drei davon mit dem Mixed Birdfood Mix mit Spanish Red und Green Zing Flavour in 24 mm zu befüttern. Diese Spots wollte ich zunächst nicht beangeln, sondern lediglich Vorfüttern. Pro Spot brachte ich ca. 300g Boilies ein. Die weiteren drei Spots begann ich sofort zu befischen.

Bereits in der ersten Nacht lief Abends gegen halb Zehn die erste Rute ab. Nach einem kurzen Drill war ich jedoch extrem erleichtert, dass der Anfang gemacht war. Der erste Karpfen, mit knapp 10 kg lag auf der Matte.

Nachdem ich dann einige Stunden geschlafen hatte, ertönte um fünf Uhr morgens dann plötzlich mein Bissanzeiger mit einem lauten Dauerton. Schnell sprang ich ins Boot und fuhr dem Fisch hinterher, welcher bereits einiges an Schnur von der Rolle genommen hatte. Bereits nach kurzer Zeit war mir klar, dass dieser um einiges kräftiger war, als jener zuvor. Nach einem spannenden Drill im Sonnenaufgang, konnte ich auch diesen Fisch sicher landen. Umso mehr freute ich mich, als ich sah, dass dieser ein stolzes Gewicht von 17,9 kg auf die Waage brachte.

Der Kescher war noch gar nicht richtig trocken, da rannte kurz darauf bereits eine weitere Rute ab und ich konnte somit auch noch einen Amur mit 7,5 kg auf der Habenseite verbuchen. Nach diesem Erfolgen war ich voller Motivation und befütterte die Plätze wieder mit 300g Boilies. Nachdem ich gegen Mittag noch einen kleinen Karpfen fangen konnte, war es für 36 Stunden still geworden. Es war so, als wären die Fische nie da gewesen. Jedoch störte mich das kein bisschen, da ich an den anderen drei Spots, welche ich nur gefüttert hatte, immer wieder Fische bemerkte.

Endlich war die Zeit reif und ich wechselte zu meinen vorgefütterten Spots. Kurz nach Mitternacht stellte sich dies schon als Erfolg heraus und ich hatte einen Karpfen mit knapp 11 kg im Netz.

Gerade einmal eingeschlafen, Pfiff um drei Uhr Nachts schon der Nächste ab. Dieser fühlte sich wieder um einiges kräftiger an und machte mit mir eine kleine Bootsfahrt über den See. Als dieser dann endlich an der Wasseroberfläche erschien, musste ich feststellen, dass ich meinen Zielfisch etwas verfehlt hatte. Leicht übermüdet, ließ ich den 1,4 m langen Wels zurück in sein Element und legte mich wieder schlafen.

Mittags begann ich dann Top motiviert wieder mit einer Kontrollfahrt meiner Spots. Nachdem das ganze Futter weg war, brachte ich erneut ein paar Hände voll ein und bereitete alles für die letzte Nacht vor.

Kurz vor Mitternacht war es dann soweit. Irgendjemand hatte meinen Spot auf 130 m Entfernung gefunden. Ohne viel Vorwarnung ertönte ein lauter Dauerton meines Bissanzeigers. Wie schon in den Nächten davor sprang ich ins Boot und fuhr in die Nacht hinaus. Was unspektakulär begann, entwickelte sich zu einer "Wasserskifahrt". Ich hatte Mühe den Fisch von einigen hohen Betonblöcken fernzuhalten, welche trotz einer Wassertiefe von 4,5 m zum Teil aus dem Wasser herausragten. Als ich ihn dann endlich im sicheren Freiwasser hatte, bemerkte ich bereits, wie von der Ferne ein Gewitter im Anmarsch war. Unbeeindruckt davon, zog mich der Fisch immer weiter Richtung See-Mitte und schien keinerlei Müdigkeit zu zeigen. Als ich ihn nach ca. 30 Minuten das erste Mal im Mondlicht aufblitzen sah, stockte mir für einen Bruchteil einer Sekunde der Atem. Es sah so aus, als hätte ich den bis dato größten Fisch der Session am Haken. Jedoch ließ mich der Fisch den Moment nicht genießen, da er bereits wieder in die Tiefe abzog und einiges an Schnur mitnahm. Dieses Spiel zog er weitere zwanzig Minuten durch, bis ich ihn endlich über den Kescherrand ziehen konnte. Überglücklich trat ich die Heimreise Richtung Ufer an, mit einem Auge stets Richtung Gewitter, welches bereits immer näher gekommen war.

Als die Waage im Anschluss noch ein Gewicht von 26,2 kg anzeigte, war der Jubel umso größer. Ich konnte nicht nur meinen PB um 0,2 kg steigern, sondern auch die Mission der Session wurde mehr als erfüllt!

Nach diesem Erfolg fiel es mir umso leichter aufgrund des starken Gewitters, das Angeln noch in der Nacht einzustellen und am frühen Morgen die Heimreise anzutreten.

Grüße,
Andreas



Wenn Sie es mögen, folgen Sie unserer Facebook-Seite!

Abonnieren Sie unseren Newsletter!