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Lebe deinen Traum

Stefan Pirker

Wer von uns träumt nicht davon einen großen Karpfen nach dem anderen zu fangen!? Aber warum nur träumen, wenn man mit Hilfe des im Keen Carp Workshop erlernten Wissens gepaart mit der richtigen Taktik und Köder aus dem Bait Service, in die Realität umsetzen kann: selektives Angeln auf große Karpfen.

Anfang August ging es für Christian und mich für 6 Tage an ein neues Gewässer. Wir hatten kaum Informationen zu diesem Gewässer und so wollten wir unvoreingenommen an die Sache herangehen. Den See, den wir uns aussuchten weißt zwar einen sehr guten Karpfenbestand auf, gilt dennoch als schwierig zu benageln.

Schon bei der Buchung des Platzes spielte Taktik eine wichtige Rolle. Ich wollte eine Stelle buchen, an der im Vergleich zu den restlichen Angelplätzen ein geringerer Angeldruck herrscht. Ich erhoffte mir dadurch dass sich die Karpfen dort zurückziehen, um dem permanenten Angeldruck zu entfliehen. Um den Angeldruck noch weiterzu reduzieren, entschlossen wir uns anstatt den erlaubten 3 Ruten pro Angler, lediglich mit jeweils 2 Ruten zu angeln – oft ist weniger mehr.

Als Köder hatten wir 3 verschiedene Boiliesorten im Gepäck:

  • Mega Spice&Seed Mix mit Oriental Spice Flavour in 24mm
  • Mixed Birdfood Mix  mit Strawerry Star/Black Pepper Flavour in 24mm
  • Big Water Mix Spanish Red mit Apricot Dream Flavour in 24mm

Als wir am Gewässer ankamen, mussten wir als Erstes das Schlauchboot startklar machen, um unser Tackle an den Angelplatz zu bekommen. Unser Platz in Form eines ca. 30 m² großen Steges sollte unser zu Hause für die kommenden Tage werden. Als wir alles ausgeladen und uns am Steg sortiert hatten, begannen wir mit der Location. Mit Hilfe eines Echolotes verschafften wir uns einen groben Überblick, ehe wir mit einem Prodding Stick diverse Bereiche abklopften. Wir entschieden uns jeweils zwei Plätze sofort zu benageln und jeweils einen Platz drei Tage lang am anderen Ufer mit ein paar Händevoll Boilies aus dem Big Water Mix aufzubauen. Von der Struktur her erstreckte sich in unserem etwa 60 m breiten Bereich in der Mitte eine 2-2,40 m tiefe Rinne, die an den Ufern flacher wurde.

Wir verteilten jeder eine Rute am eigen Ufer unter den überhängenden Bäumen mit etwas Futter. Die restlichen 2 Ruten legten wir in der Rinne ab. Als Köder kamen abwechselnd der Birdfood und Mega Spice&Seed zum Einsatz.

Wir konnten es kaum erwarten endlich den ersten Fisch der Session in unseren Händen zu halten! Nachdem sich der erste Tag dem Ende zu neigte, konnten wir im Bereich des an uns angrenzenden Angelplatzes Fische springen sehen. Da dieser Platz nicht belegt war, wollten wir uns am nächsten Tag diesen genauer ansehen. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit endlich der ersehnte Biss auf den Mega Spice&Seed. Ein gelungener Auftakt mit 17kg.

Einige Stunden später, als wir gerade eingeschlafen waren, meldete sich erneut mein Bissanzeiger. Zum Vorschein kam ein weiterer wundervoller Schuppenkarpfen mit 19 kg, wieder auf den Mega Spice&Seed Boilie.

Für die restliche Nacht blieben unsere Bissanzeiger stumm. Am nächsten Vormittag, gerade als wir uns den benachbarten Bereich ansehen wollten an dem die Karpfen am Tag zuvor sprangen, kamen zwei Angler über den See gerudert und bezogen den Platz neben uns. Somit war unser Plan hinfällig. Wir hofften darauf, dass die Angler im Laufe der Woche wieder abreisen würden. Des Weiteren musste ich mir für meine Uferrute einen neuen Spot überlegen, da ich diese in unmittelbarer Nähe des benachbarten Steges platziert hatte. Ich entschied mich auch diese Rute in die Rinne zu legen. Nach ungefähr 24 Stunden angeln kontrollierten Christian und ich die restlichen Ruten. Teil unserer Taktik war es, möglichst wenig Unruhe auf den Spots erzeugen.

In der zweiten Nacht klappte es auch für Christian und er konnte am ufernahen Spot einen Fisch fangen. Auch dieser Schuppie konnte dem dem Mega Spice&Seed Boilie nicht wiederstehen.

Im Verlauf der restlichen Nacht gelang es mir noch einen Fisch zu fangen. Dieses Mal auf den Birdfood Boilie.

Am Mittwoch schwiegen unsere Bissanzeiger. Unsere Nachbarn konnten, nachdem sie reichlich Partikel an ihren Plätzen gefüttert haben, einen kleinen Spiegelkarpfen fangen. Am Abend entschlossen wir uns jeweils mit einer Rute auf den vorgefütterten Plätzen zu angeln. Die Nacht ging jedoch wieder ohne Aktion vorüber. Auch die vorbereiteten Plätze brachten keinen Biss. Darum beschloss Christian seine Rute vom Futterplatz wieder wegzunehmen und  im Bereich vor unserem Steg abzulegen. Als Köder setzte er auf den Mega Spice. Mittlerweile spielten sich diverse Szenarien in meinem Kopf ab. Sollte es das gewesen sein? Auch die anderen Angler am See konnten im Verlauf der Woche keine Fische fangen. Der Wetterbericht prognostizierte für Donnerstag einen Wetterwechsel in Form von Gewittern und teils kräftigen Regenschauern. „Da geht noch was“ - waren wir uns einig. Als gegen Abend der Regen aufhörte, packten auch unsere Nachbarn zusammen. Diese Gelegenheit nutzten wir, um endlich den „heißen“ Bereich genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir waren uns einig, hier muss für die restlichen zwei Nächte eine Rute her und so wurde meine Reserverute mit einem Birdfood Boilie positioniert. Was sich in den darauffolgenden zwölf Stunden abspielte, ist kaum in Worte zu fassen. Gegen zehn Uhr Abends bekam ich den ersten Lauf auf den Mega Spice. Nach einem kurzen Drill kam ein traumhafter Schuppenkarpfen zum Vorschein. Die Waage bestätigte das Ausmaß dieses Fisches und pendelte sich bei 24,2 kg ein.

Nun ging es Schlag auf Schlag. Nach dem wir mehrere Fische zwischen 14 und 15 kg auf unserer Habenseite verbuchen konnten, stieg der nächste +20 kg Fisch ein. Mit exakt 22,5 kg ein weiterer Schuppenkarpfen, der sich den Birdfood Boilie schmecken ließ.

Nachdem alle bisher gefangenen Fische Schuppenkarpfen waren, konnte Christian den ersten und einzigen Spiegler dieser Session in die Kamera halten.

Gegen zehn Uhr Vormittag, wie aus dem Nichts, der Nächste Biss für Christian. Überrascht rannte er zur Rute. Kaum waren wir im Boot um dem Fisch entgegen zu fahren, lief Christians andere Rute ab – Doppelrun! Was war bitte jetzt los!? Als wir den ersten Fisch sicher landen konnten, rechneten wir nicht mehr damit, dass an der anderen Rute noch ein Fisch hängen würde. Doch weit gefehlt. Auch diesen Fisch konnten wir erfolgreich Keschern. Das Ergebnis: 2 Karpfen der +20 kg Kategorie, darunter Christians neuer PB mit 22,5kg. Wieder auf einen Boilie aus Mega Spice&Seed Mix.

 20,5kg

 22,5kg

Kurz darauf kam  noch ein schöner Schuppenkarpfen.

Insgesamt konnten wir in 12 Stunden 8 Fische überlisten, davon vier über 20kg!

Als am Freitag die letzte Nacht hereinbrach, wurden die Karpfen wieder aktiv und zeigten sich an der Wasseroberfläche. Ich war mir sicher, dass es nicht lange bis zum nächsten Biss dauern würde. Mitten in der Nacht feuerte meine Rute am anderen Ufer ab. Ein 19 kg schwerer Kämpfer verleibte sich den Big Water Boilie ein. Leider blieb es der einzige Fisch, den wir auf den Big Water fangen konnten.

Die restliche Nacht verlief wieder mal ruhig, bis früh morgens die Rute ablief, die wir in dem Bereich gelegt hatten, in dem wir die Fische springen sahen. Das Resultat war ein 16,5kg schwerer Schuppenkarpfen.

Als der Fisch behutsam zurückgesetzt wurde, entschloss ich mich die Rute auszuwerfen und mit dem Wurfrohr ein paar Boilies hinterher zu Sticken. Anschließend begannen wir mit dem Zusammenzupacken, da der Platz am Vormittag wieder geräumt sein musste.

Es dauerte keine Stunde, da lief die Rute erneut ab.

Ich hatte mit vielem gerechnet, aber damit wirklich nicht – 27 kg Schuppiepower! Somit konnte auch ich bei dieser Session meinen neuen PB aufstellen!Abschließend kann ich jedem nur empfehlen, an einem Keen Carp Workshop teilzunehmen, um sein Wissen auf eine ganz andere Ebene zu bringen. Dieses Wissen ist in keinem Magazin oder Forum zu finden. Wissen ist meiner Meinung nach, der Schlüssel zum Erfolg.

Auch mit der kompetenten Fachberatung, die man im Bait Service erhält, kommt ihr eurem Traum selektiv auf große Karpfen zu angeln näher.

In diesem Sinne: Get The Big Ones.
 

Stefan Pirker



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