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Saisonstart 2020, nach den Workshops

Csaba Ronto

An meinem Vereinsgewässer kann man ab dem ersten Februar Angeln. Am Stichtag besuchte ich mit meiner Freundin das Gewässer. Das Wetter war angenehm frühlinghaft und die Wassertemperatur betrug 7-8 °C an der Oberfläche. Mein Plan war es nach den drei Workshops im Februar meine Saison 2020 zu starten.

Mit den Workshops im Winter, die wir in Wien, Graz und Klagenfurt mit meinem Teamkollege Michael gehalten haben, waren waren wir durch. Wir stellten mit Freude fest, dass sich unter den Teilnehmern immer mehr Menschen befinden, die wissen wollen, WARUM etwas am Wasser passiert und wie sie sich weiterentwickeln können. Am Anfang der Workshops gibt noch niemand seine Probleme zu (z.B. das vermeiden von Brassen oder kleinen Karpfen), aber im Verlauf des Workshops öffnen sich die meisten oder sitzen mit fassungslosem Gesichtsausdruck da, wenn sie sich mit einer bestimmten Situation identifizieren können. Nach so einem Schock ist es viel einfacher mit den Teilnehmern zusammen zu arbeiten, denn sie haben erkannt, dass wir über Fakten sprechen und dass ihnen diese Dinge schon selbst passiert sind. Sie hatten bisher nur keine Antwort und Lösüng dafür. Ein anderes schokierendes Thema ist die Futtermenge, die wir den Teilnehmern empfehlen und wenn die Größe der Fische immer noch nicht der Wunschgröße enstpricht, diese noch weiter reduziert werden muss (an dieser Stelle sind sie wirklich am Ende mit den Nerven). Dabei können sie sich gar nicht vorstellen, welchen Einfluss die Futtermenge und die ATTRAKTIVITÄT (ich habe es groß geschrieben, weil die attraktivität später noch ein wichtiger Faktor sein wird) des Köders auf den Ausgang des Angeltrips hat.

Zurück zum Angeln. Dienstag nach der Arbeit ging es für mich ans Wasser damit alles im Hellen auf seinem Platz ist. Da das Gerücht um geht, dass es auf dieser Seite des Sees im Frühjahr sehr schwierig sei Fische zu fangen, habe ich mich dazu entschieden alles dafür zu tun, dass meine Köder sehr attraktiv sind. Es klingt vielleicht komisch, aber ich wollte gerne eine von den großen Brassen des Sees fangen, die ich schon oft bei anderen Anglern gesehen und von denen ich schon so oft gehört habe. Meine drei Ruten bestückte ich mit drei verschiedenen Ködern. Einen roten 14x18 mm Pop Up Dumbell, einen weißen 14x18 mm Pop Up Dumbell und einen gelben 16 mm Pop Up.

Die Pop Ups habe ich in verschieden Dips wie dem Appetite Dip und Witch Dip eingelegt.

Auf den Haken kam noch ein PVA Strumpf mit halbierten Boilies, die ich mit den Dips beträufelt hatte. Die Montagen beförderte ich auf die Plätze, die letztes Jahr schon gut funktioniert hatten, da ich den Aufenthaltsort der Fische nicht kannte. Gefüttert habe ich insgesamt drei Hände voll 15 und 20 mm Hot Fish&Gammarus - Shellfish Boilies, die ich mit dem Wurfrohr auf die alten Spots gefüttert habe. Um Mitternacht ging auch schon mein Bissanzeiger los. Anhand des Bisses wusste ich schon, dass meine erste Brasse an anderen Ende war. Eine halbe Stunde Später kam auch schon die zweite. Zum ersten Mal freute ich mich darüber, aber jetzt reicht es mir auch von ihnen für dieses Saison. Der rest der Nacht verlief ruhig. Am morgen packte ich zusammen und fuhr in die Arbeit.

Welche Schlüsse kann ich aus dieser Nacht ziehen?

  1. Mein Ziel habe ich erreicht, denn ich habe zwei Brassen gefangen.
  2. Ein zu attraktiver Köder kann auch in der kalten Jahreszeit schneller die ungewollten Fische auf den Futterplatz ziehen.
  3. Die Brassen waren spät in der Nacht an meinem Platz aktiv.

Am Freitag Nachmittag gegen zwei Uhr war ich wieder am Wasser. Meine Köder wählte ich so aus, dass sie nicht die Aufmerksamkeit der ungewollten Fische auf sich ziehen, aber attraktiv genug für die Karpfen sind. So fiel meine Wahl auf die Hot Fish&Gammarus Balanced Hookbaits in 14 und 20 mm.

Auf der dritte Rute kam wieder ein gelber Poppi von 16 mm. In den PVA Strumpf kamen nur ein paar ganze Boilies in der selben Größe wie der Hakenköder. An den Spots änderte ich nichts, da ich Anzeichen von Fischaktivität ausmachen konnte. Die Futtermenge reduzierte ich auf zwei Hände voll, die ich wieder zwischen den Futterplätzen verstreute.

Zwei Stunden nach dem die Ruten lagen, gerade als ich mit einem Kunden schrieb, bekam ich einen Vollrun. Nach einem (trotz des kalten Wassers) intensiven Drill konnte ich meinen ersten Karpfen in der neuen Saison keschern. Ich war sehr glücklich. Nach einem schnellen wiegen und fotografieren durfte er auch wieder in sein Element zurück. Der Fisch brachte 14,50 kg auf die Waage.

Er ist einer des Altbestandes. Im Flachbereich unseres Sees werden regelmäßig die ca. 10 kg schweren Fische aus der Besatzmaßnahme im letzten Herbst gefangen.

Bis zum Einbruch der Dunkelheit passierte nichts mehr und so habe ich meine Sachen gepackt und trat mit einem großen Grinsen im Gesicht den Heimweg an.

Zusammengefasst: meine Platzwahl war auch schon beim ersten Mal in Ordnung, ich musste nur an der attraktivität des Futters und der Futtermenge etwas ändern und schon kam der erste Karpfen. Nicht umsonst betone ich bei meinen Beratungsgesprächen mit den Kunden wie wichtig es ist die empfohlene Futtertaktik ein zu halten, denn wenn sie es nicht tun, kann es beim Ansitz ganz anders laufen, als geplant.

Csaba Ronto



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