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Nur selektiv!

Kozma Tamás

Für mich bedeutet das selektive Karpfenangeln den Gipfel unseres Hobbys. Diese Art der Angelei ist in Kombination mit einem drei Tägigen Vorfüttern am effektivsten. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre kann ich mit Sicherheit behaupten, dass die großen Karpfen sehr gut auf die positive Konditionierung reagieren. Der Lago Di Pusiano ist das einzige Gewässer, an dem ich nur teilweise diese Taktik anwende. Das hat seinen Grund!

Für diese Art der Angelei ist ein auf die Jahreszeit und das jewilige Gewässer abgestimmter Boilie aus dem Keen Carp Bait Service mit einem idealen Härtegrad und entsprechend nachgetrocknet unerlässlich.

Ich bin gerade von einer zehn Tägigen Session an einem Baggersee zurück, bei der alles so lief, wie es sein sollte.

Meine Teamkollegen wissen, dass ich nicht zu denjenigen gehöre, dei ihr Tackle schnell aus- und einpacken. Ich bin in der Regel immer der Letzte. Das war auch diesmal nicht anders.

Ich verbrachte mehrere Stunden auf dem Wasser, auf der Suche nach passenden Spots.Der Gewässergrund bestand größtenteils aus hartem und kiesigem Boden, weswegen ich die schlammigen Bereiche suchte. Ich habe schon des öfteren miterlebt, dass viele Angler Angst vor Schlamm haben. Meiner Meinung nach ist diese Angst jedoch unbegründet!

Ich markierte insgesamt fünf Plätze und begann mit dem drei Tägigen Vorfüttern. Natürlich ohne zu Angeln. Bei dem Gewässer handelte es sich übrigens um ein intensiv beangeltes Gewässer, weswegen ich bei meiner Ankunft meine Köder vorwässerte. Dies sollte später noch eine große Rolle spielen!Da ich erst zum zweiten Mal an diesem Gewässer angelte, hatte ich zwei verschiedene Köder im Gepäck: Zum einen den Big Water Mix, der für mich nicht mehr weg zu denken ist und zum anderen den Hemp/Nutty Mix, einen für diese Gewässertypen empfohlenen, attraktiveren Köder, der jedoch problemlos mehrere Tage am Haar „aushält“, in 20 und 24 mm.

An diesem Beggersee angeln die meisten mit wenig Futter und Partikeln, weswegen ich auch hier etwas von der Norm abwich.

Es kommt vor, dass ich Morgens und Abends fütter, aber an diesem Gewässer fütterte ich nur Abends, ein bisschen mehr als gewöhnlich. Ich wollte wissen, wie die Karpfen auf die „größere Futtermenge“ reagieren.

Ich konnte beobachten, dass die Angler ihre Montagen nicht zweimal auf den gleichen Platz ablegen. Sie begründeten ihr vorgehen damit, dass „die Fische hier sehr scheu seien und man deshalb nicht mehrere Fische vom gleichen Platz fangen könne“. Demzufolge hatte am See nur ich markierte Plätze.

Ich angelte mit drei Ruten, weswegen ein Teil meiner Taktik eine „rotierende“ Rute bildete, welche ich nach jedem Biss auf einen neuen vorgefütterten Platz legte. Die drei Tage verflogen schnell und ich hatte genug Zeit alles einurichten und vor zu bereiten.

Der Abend war angebrochen und die Montagen kamen auf ihre Plätze. In diesem Fall können wir schon beim ersten Fisch mit einem kapitalen Fang rechnen. Um ehrlich zu sein, bin ich sogar ein wenig enttäuscht, wenn ich auf Anhieb einen kleineren Fisch fange. Dann lieber gar keinen Biss...

In der zweiten Hälfte der Nacht, konnte ich einen Spiegler von 16 kg fangen. Meine Montage brachte ich wieder auf den gleichen Platz zurück, beködert mit einem seit Tagen in Wasser eingeweichten Boilie. Auf den nächsten Biss musste ich einen Tag warten. Vom gleichen Platz meldete sich ein imposanter Schuppi mit 22,40 kg.

Die Montage kam wieder auf den gleichen Platz zurück und ich erhöhte die Futtermenge minimal. Dieser Hot Spot brachte schon zwei Fische, was mich zuversichtlich machte.

Ein weiterer Tag verstrich ohne Biss, doch in der Nacht konnte ich gleich zwei Fische, einen Schuppi mit 18,80 und einen Spiegler mit 17 kg keschern. Der Spiegler kam von einem Platz, der bis jetzt noch keinen Fisch gebracht hat und  den ich schon fast eine Woche unter Futter hielt.

Es war bereits der siebte Tag meiner Session angebrochen und ich hatte vier Fische auf meinem Konto verbuchen können und war wunschlos glücklich. Und hier kam der Wendepunkt, an dem ich sagen konnte, dass die Fische positiv auf das selektive Angeln reagiert haben. Beim selektiven Angeln kann man nicht Morgens und Abends die Köder erneuern, oder unnötig mit dem Boot herumfahren und sonstigen lärm machen.

Am Vormittag des nächsten Tages konnte ich binnen einer Stunde gleich zwei kapitale Fische keschern. Der erste Fisch war ein Schuppi mit 27,60 kg...

...der zweite und zugleich mein 100. mit Keen Carp Boilies gefangener Karpfen über 20 kg, war ein Spiegler von 22,20 kg!

An diesem Tag fing ich insgesamt vier Fische von meinen zwei Plätzen, die ich konstant beangelte. Die Fische wahren ausnahmslos über der 15 kg Marke.

Der nächste Tag verlief ähnlich: nach zwei Fischen über 18 kg, kam ein weiterer Fisch, der die 20 kg Marke knackte.

Und die Session war noch lange nicht zu Ende!

Auch die letzten Anderthalb Tage erwiesen sich als sehr ereignisreich. Im Laufe des Nachmittags hatte ich nach einem fantastischen, fast zwanzig minütigen Drill, den zweiten Fisch der Session über 25 kg in den Maschen meines Keschers liegen. Es war ein fantastisches Gefühl, diesen riesigen Fisch mit 28,70 kg in den Armen halten zu können!

Beim Einpacken folgte ein weiterer unvergesslicher Drill, der schließlich zum sechsten 20+ Fisch der Session führte...

Insgesamt konnte ich sechs Fische über 20 kg und acht Fische über 15 kg fangen. Die Fische kamen ausnahmslos von den gleichen zwei Plätzen; meine „rotierende“ Rute brachte keinen Biss. Es mussten fast sieben Tage vergehen, bis die Taktik und die Köder gezeigt haben, was sie wirklich können.

Das nenne ich selektives Großkarpfen-Angeln, was ich für nichts in der Welt eintauschen würde!

Tight Lines,
Tomi Kozma



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