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Familienurlaub am Natursee

Lukas Schörgendorfer

Einen Tag nach dem ersten Geburtstag meiner Tochter ging es für meine kleine Familie in unseren ersten gemeinsamen Urlaub an einem großen Natursee. Etwas müde von der Anreise und der Geburtstagsfeier am Vortag kamen wir bereits am Vormittag am See an und konnten unseren gebuchten Bungalow beziehen. Angeln konnte ich in dieser Woche nur von den Abendstunden bis zum Morgen, ehe es zu einem gemeinsamen Frühstück in den Bungalow ging. Tagsüber standen Baden und Ausflüge auf dem Programm.

Die erste Nacht brachte mir leider keinen Fisch ein. Mich beunruhigte diese Tatsache nicht wirklich, da ich mich für unseren selektivsten Boilie unserer Köderrange entschieden hatte, den Big Water Spanish Red/Black Pepper in Härte drei und 24mm. Mit diesem Köder wollte ich Beifänge und kleinere Fische möglichst ausschließen. Meine Köder hatte ich in der ersten Nacht relativ ufernah platziert, da ich beim Schnorcheln tagsüber Fraßspuren in der Nähe eines Seerosenfeldes entdecken konnte. Einen weiteren interessanten Spot konnte ich mithilfe des Groundtesters in zwölf Metern Tiefe ausmachen. Ich fand in diesem Bereich vermehrt Muscheln. Natürliche Nahrung sind immer ein guter Anhaltspunkt an den großen Naturseen, weil sie die Fische immer wieder aufsuchen werden. Diesen Spot wollte ich jedoch für die ersten drei Tage nicht beangeln.

Den nächsten Tag verbrachten wir wieder am See und so konnte ich weiterhin Ausschau nach Fischen halten. Die Fische zeigten sich nur sehr selten, aber ab und zu konnte ich Bewegung in den Seerosenfeldern ausmachen. Aus diesem Grund entschied ich mich, meine Ruten an den selben Spots abzulegen. In dieser Nacht bekam ich bei strömenden Regen meinen ersten Anbiss. Ich musste den Fisch aus dem Seerosenfeld befreien. Da es sich um ein kleineres Exemplar handelte, ließ ich ihn auch gleich wieder schwimmen. 

Der erste Fisch aus so einem großen Gewässer machte mich stolz. Jedoch wollte ich an die größeren Fische des Sees herankommen. Ich wollte den beiden ufernahen Spots noch eine Nacht geben, hatte aber bereits den Platz in zwölf Metern Tiefe im Hinterkopf. Nachdem die dritte Nacht wieder erfolglos verlief, beschloss ich, am Abend das erste Mal im tieferen Wasser abzulegen. Das Wasser hat wegen des Wetterwechsels vom Vortag merklich abgekühlt und ich vermutete die größeren Fische im tieferen Bereich. In dieser Nacht bekam ich zwei Bisse von diesem neuen Spot. Der erste Fisch war ein Spiegler mit 12,3kg und der zweite ein Schuppenkarpfen mit 18,7kg.

Am fünften Abend legte ich die Ruten etwas später. Die Ruten lagen nur eine Stunde an ihren Plätzen ehe die erste ablief. Während des Drills vom Steg dachte ich, dass es sich um einen kleineren Fisch handeln musste. Als ich den Fisch in der Dämmerung das erste Mal sah, bekam ich etwas weiche Knie, denn ich wusste, dass er die 20kg Marke überschreiten wird. Nach einem verhältnismäßig kurzem Drill für einen so großen Karpfen glitt er in meine Keschermaschen. Ich konnte mir einen kleinen Jubelschrei nicht verkneifen, denn somit war mein Ziel erreicht. Ich wollte unbedingt mit einem 20kg Fisch nach Hause fahren. Nach dem Wiegen machten wir noch schnell Bilder mit diesem 23,2kg schweren Twotone-Naturseebullen. Das die restliche Nacht keinen Fisch mehr einbringen sollte, war mir am Morgen natürlich komplett egal.

Die letzten drei Bisse kamen alle auf dem tiefen Spot in den Abendstunden in einem kurzen Zeitfenster, während es den Rest der Nacht ruhig blieb. Also legte ich die zweite Ruten vom Seerosenfeld weg und legte sie in noch tieferes Wasser auf ca. 15m Tiefe ab. Die verbleibenden beiden Nächte brachten mir weitere vier Fische zwischen 10kg und 15,6kg. Alle Bisse kamen innerhalb kürzester Zeit, als hätten die Fische bereits auf meine Köder gewartet. 

Mit meinem Fangergebnis war ich sehr zufrieden. Ich konnte auch einiges an Erfahrung von diesem wunderbaren Gewässer mitnehmen. Ich freue mich, wenn ich im Herbst an einen dieser großen Naturseen zurückkehren kann.

 

Lukas Schörgendorfer



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